Freitag, 10. Februar 2012

Der Start

Lange habe ichs nicht in Bangkok ausgehalten - zu viele Tuk Tuks und Chaos. Mit dem Nachtbus bin ich am Sonntag weiter nach Pang Nga City. Eigentlich hatte ich vor, direkt im Fluss in der Stadt zu starten, aber da dieser zu wenig Wasser fuehrt, musste ich mich noch mit dem Songtau zum Pier bringen lassen, der etwas ausserhalb der Stadt liegt.

Der Aufbau des Bootes war natuerlich wieder ein Highlight. Fast jeder der vorbeikam, ob Thai oder Tourist, wollte wissen was das ist, wo es damit hingeht usw... dementsprechend hat sich das ganze Procedre etwas in die Laenge gezogen.

Die ersten Meter zwischen den Mangroven raus aufs Meer waren gewoehnungsbeduerftig. Ein aelterer Mann im Longtailboot fragte mich, ob er mich bis nach Ko Panyi mitnehmen solle (eine kleine Insel an der Muendung des Klongs, die von Seenormaden bewohnt ist) - da ich diese jedoch bereits sehe und die Strecke nicht wirklich weit scheint, lehne ich dankend ab. Als die Insel eine halbe Stunde spaeter noch genauso weit entfernt zu sein scheint, aergere ich mich doch ein bisschen... tja, Entfernungen auf dem Wasser einschaetzen ist knifflig.

Die erste Nacht verbringe ich auf einer kleinen Insel. Dummerweise lande ich genau bei Ebbe an und muss Sack, Pack und Boot durchs Watt schleppen. Am Abend bekomme ich dann noch ploetzlich Besuch: Eine Familie hat auf der Insel um die Ecke ihr Haus, ein kleines, auf Stelzen gebautes Ding, dahinter ein paar Huehner. Obwohl es mit der Verstaendigung kompliziert ist, bieten sie mir dennoch Waschwasser an (vom Watt war ich doch ziemlich verdreckt). Der Vater will mich dann noch dazu bringen, auf eine Kokosnusspalme zu klettern, aber das lasse ich dann doch besser. Die Nuesse einer umgestuerzten Palme schmecken ihm nicht, sie sind noch nicht ganz reif. Da ich mich aber mit dem Trinkwasser verkalkuliert habe, leere ich eine Kokosnuss nach der anderen und packe mir den Rest fuer den naechsten Tag ins Boot.

Bei Sonnenuntergang kommt noch der Opa vorbei um zu sehen obs mir auch gut geht. Damit ich nicht im Dunkeln sitzen muss, zuendet er mir sogar noch ein Feuer an.

Am zweiten Tag treffe ich in einer kleinen Lagune und spaeter beim Einkafen eine Gruppe anderer Seekajakfahrer. Sie geben mir den Tipp, auf Ko Hong zu uebernachten, das sei ein super Ort.

Pustekuchen: Dort angekommen ist die Einfahrt zur Lagune versperrt, weil (natuerlich) Ebbe ist. Der einzige erreichbare Strand ist vor dem Eingang zu einem "Nationalpark". Ich versuche mich zwar in einer Ecke zu verstecken, muss aber dennoch blechen. 400 Baht fuer eine Person mit Zelt! Am Morgen entdecke ich dann noch, dass ich Opfer einer Ameisenplage geworden bin: Eine Mango und mein ganzer Vorrat an Bananen kann ich abschreiben - alles angenagt bzw. aufgefressen.

Noch dazu ist ein recht frischer Wind aufgekommen. Die 10 km lange Ueberfahrt zum Festland dauert deshalb etwas laenger, weil ich mit dem Gegenwind statt den ueblichen 6-7 nur noch 3-4 kmh mache.

Ziemlich erledigt und ziemlich spaet komme ich dann am Ao Tonsai Beach an. Und wie koennte es anders sein: Gerade ist Ebbe und der Stand ist von Felsen versperrt. Ich lege mich deshalb an den Railay Beach, geniesse den Sonnenuntergang und warte auf die Flut.

Der Tonsai Beach ist ein interessanter Ort! Hier scheint sich die alternative Szene (und die Kletterszene) Thailands zu versammeln: Eine Gruppe zeltet etwas abseits unter einem Felsvorsprung, da stelle ich mich natuerlich gleich dazu. Gratis wohnen ist immer gut! Der Barkeeper an der Strandbar hat sicher nicht nur Zigaretten geraucht, und dann und wann weht ein suesslicher Geruch am Zelt vorbei. Auch als ich am Morgen aufstehe, ist wieder jemand mit Fruehstuecksjoint unterwegs.

Trotzdem oder gerade deswegen ist die Stimmung hier echt gut, deshalb werde ich noch ein paar Tage bleiben. Fuer morgen gehts erst mal zum Klettern, genauer gesagt zum Deep Water Soloing.

2 Kommentare:

  1. hahaha sehr lustige stories, scheinen ja sehr gastfreundlich zu sein, die einheimischen :-) ich kann deinen nächsten blogeintrag gar nicht erwarten :-)
    hf, W.

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  2. Da kann man ja neidisch werden. Wir bibbern hier bei bis zu 20° minus und du hüpfst in einer tollen Gegend von Felsen ins Wasser mit Badenwannentemperatur. Viel Spaß dabei wünscht dir M.

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