Donnerstag, 22. März 2012

Englischlehrer in Kanchanaburi

Wie im letzten Post beschrieben war ich mit ein paar anderen Travellern, Lehrern und ca. 200 Kindern im Kao Laem Nationalpark nahe Kanchanaburi. Die anderen Freiwilligen, drei Briten und ein weiterer Deutscher, sind auch alle im selben Guesthouse wie ich abgestiegen, sodass wir uns schon davor kennenlernen koennen.
Am Mittwoch Morgen werden wir auf klapprige Busse verteilt, mit denen wir gut 4 Std. zum Park fahren.

Schon auf der Fahrt wird klar, dass die naechsten Tage doch wohl etwas anders werden als wir uns das vorgestellt haben. Obwohl die Kids angeblich seit 3-4 Jahren Englisch lernen, koennen sie ausser "Hello, what is your name?" nicht viel. Aber zumindest haben die meisten Spass am Englisch sprechen und versuchen bei jeder Gelegenheit, ihre Kenntnisse zu demonstrieren.

Nachdem die Kinder am ersten nicht enden wollenden Abend, an dem die Lehrer uns die Haende jedes einzelnen Kindes schuetteln lassen, endlich im Bett sind, wird uns unser Job erklaert: Wir sollen am naechsten Tag verschiedene Stationen mit Spielen organisieren, die die Kinder reihum absolvieren.
Wie viele Kinder passen auf die Ladeflaeche eines Pickups?

Ich etscheide mich fuers Leiterspiel, bei dem die Kids nur zuhoeren und beim richtigen Wort losrennen muessen - das klappt auch mit beschraenkten Englischkenntnissen ganz gut. Die Kinder sind - groesstenteils - motiviert und machen immer voll mit. Allerdings haben hier alle ein paar Probleme mit meinem Namen: Aus Sebastian wird Seba, Seabastian, Sebra...

Die Kids werden wirklich den ganzen Tag gefordert: Bereits um halb 7 muessen alle zum Morgensport antreten, und bis zum Abendgebet gegen 22 Uhr herrscht volles Programm. Spielen, essen, spielen, essen, singen, essen, spielen, essen. Kein Wunder, dass es hier so viele fette Kinder gibt ;)

Fuer uns Reisende mit mehr oder weniger schmalem Budget ist das jedoch ein wahres Paradies. Obwohl wir uns bei jeder Mahlzeit den Bauch vollschlagen, bleibt quasi immer etwas uebrig. Zwischen den Mahlzeiten gibt es Kekse, Schokoriegel, Kaffee usw... So viel wie ich hier an einem Tag esse, habe ich auf meiner Kajaktour in 3 Tagen nicht gebraucht!

Am letzten Tag bekommen die Kinder (und wir Freiwilligen) noch Urkunden. Klar, dass so ein Ereignis gebuehrend fotografiert werden muss. Hier zeigt sich, dass die Thais wohl noch fotografierwuetiger sind als die Japaner: Stundenlang muessen sich alle in den verschiedensten Gruppen zusammenstellen, Hande schuetteln und natuerlich freundlich laecheln.

Zurueck in Kanchanaburi bleibe ich nur noch eine Nacht und mache mich am naechsten Tag auf nach Ayuttaya. Hier gibt es tonnenweise alte Steine zu besichtigen, die wohl vor langer Zeit mal als Tempel fungierten. Geschaeftstuechtig wie die Thais nunmal sind, wird fuer die Besichtigung jedes Steinhaufens ein Obulus von 50 Baht verlangt. Ich goenne mir den "Tempel" am Koenigspalast und einen weiteren, in dem der beruehmte in einen Baum eingewachsene Buddhakopf zu fotografieren ist, dann reicht es mir auch.

Der Buddha sitzt da wohl schon eine Weile...

Der Abend wird noch ganz spassig, denn vor meinem Guesthouse vernichten ein paar Thais und Franzosen Unmengen Flaschen schlechten, aber billigen, Whiskeys. Ich geselle mich dazu, bis ich nach dem ungefaehr zehnten Whisky-Soda on Ice entscheide, dass es Zeit fuers Bett ist.

Den naechsten Tag verbringe ich mit lesen und der weiteren Routenplanung. Da mich ein Freund gegen Ende des Monats besuchen kommt (genau dann, wenn mein Visum auslaeuft und ich eigntl. das Land verlassen muesste), steht erst mal ein Visa Run an, bevor wir innerhalb von 2 Wochen Bangkok besichtigen, im Norden trekken und an einem Strand im Sueden in der Sonne liegen wollen. Das wird ein strenges Programm...

Zudem beschliesse ich, dass meine Suedostasienreise doch frueher als geplant endet: Es hat sich ein neues Reiseziel ergeben, dass aber die baldmoeglichste Rueckkehr nach Deutschland und eine Generalueberholung meiner Suzuki XF 650 erfordert. Schweren Herzens buche ich mir also den Rueckflug fuer den 17.4.12 - zu einem komplett ueberzogenen Preis. Momentan sind die Fluege extrem teuer, sodass ich fuer ein One Way Ticket nach Muenchen so viel zahle wie noch vor einigen Monaten fuer beide Strecken... 

1 Kommentar:

  1. der zabel und englisch und kinder. das sind eigentlich zwei sachen die er hasst ;-)

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