Laenger als geplant bin ich jetzt schon in Kanchanaburi. Das hat zwei Gruende:
Zum einen habe ich hier das wohl billigste Guesthouse Thailands gefunden, mit einem akzeptablen Einzelzimmer fuer 70 Baht und einem Restaurant, in dem fuer 30 Baht ein wunderbares Abendessen auf den Tisch kommt. Das Haus liegt direkt am River Kwai, man kann Abends gemuetlich mit anderen Reisenden in den Liegestuehlen auf dem Steg sitzen und untertags in der Haengematte im Garten faulenzen... So laesst sichs echt eine Weile aushalten!
Hiermit der offizielle Tipp fuer jeden, der gerade mal 2 Stunden von Bangkok entfernt ein gemuetliches und ruhiges Plaetzchen sucht: Jolly Frog Backpackers Guesthouse in Kanchanaburi! :)
Der zweite Grund hat sich direkt nach der Ankunft aufgetan. Zusammen mit ein paar anderen Travellern laufe ich die Strasse entlang auf der Suche nach einer Unterkunft, da sprechen uns ein paar Lehrerinnen an. Sie wuerden naechste Woche mit ihren Schuelern in einem Nationalpark in der Gegend ein dreitaegiges Englischcamp veranstalten und suchen noch Auslaender, die mit den Kids englische Spiele spielen usw. Start naechsten Donnerstag, Verpflegung und Unterkunft im Zelt gratis.
Nadenn, klingt doch top! In den Nationalpark wollte ich sowieso, auf diesem Weg spar ich mir den Eintritt und habe gleich noch was halbwegs Sinnvolles zu tun. Ich bin mal gespannt, wie gut das Englisch der Kids ist. Mein Thai ist zur Zeit "etwas eingerostet"...
Zuerst einmal mache ich mich am Freitag jedoch mit einem Ami auf, um den Erawan Nationalpark zu besuchen. Wir mieten uns also mal wieder Roller, um fuer die immerhin 65 km lange Strecke nicht auf den Bus angewiesen zu sein. Auf dem Weg zum Park wird der Ami vor mir ploetzlich langsamer und bleibt schliesslich stehen. Er war zu geizig, die Maschine ganz vollzutanken und hat es auch gekonnt verstanden, seine Tankanzeige zu ignorieren... grosse Klasse! Zum Glueck habe ich einen Schlauch dabei und kann ein bisschen was aus meinem Tank abzapfen. Benzin schmeckt echt nicht wirklich gut...
Gerade als ich fertig bin, kommen ein paar Thais vorbei und treten ihm auch noch einen Schluck Benzin ab, sodass er es immerhin bis zur naechsten Flaschen-Tankstelle schafft. (Hier in Thailand gibt es nur vereinzelt Tankstellen in Abstaenden, die mit dem Roller nicht zu bewaeltigen sind. Deshalb wird an jeder Ecke Benzin in Cola- oder Whiskyflaschen abgefuellt und zu mehr oder weniger horrenden Preisen verkauft.)
Der Erawan Nationalpark ist ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Als groesste Attraktion in der Umgebung vermarktet, stroemen selbst wochentags Tausende Leute ueber ausgetretene Pfade zu den 7 Stufen eines mehr oder weniger imposanten Wasserfalls. In die meisten grossen Becken wurden endlos viele Fische gesetzt, die - da sie auf natuerlichem Wege vmtl. nicht alle genug Nahrung finden - unsere Fuesse anknabbern, sobald wir auch nur die grosse Zehe ins Wasser haengen. Das ist anscheinend gewollt, die Fische sollen tote Haut entfernen. In verschiedenen Schoenheits- und Massagesalons hier im Lande zahlt man dafuer gutes Geld, sich von einem Fisch kitzeln zu lassen.
Nach einem faulen Wochenende beschliesse ich, am Montag mal wieder ein bisschen was zu laufen. Diesmal mit dem Bus fahre ich zum Chaolem Rattanakosin Nationalpark, ungefaehr 100 km von Kanachaburi entfernt. Die letzten 20 km gibt es keinen Bus mehr, deshalb beschliesse ich, es mal mit dem Trampen zu versuchen. Bingo! Ich stehe nicht einmal 3 Minuten, schon haelt ein freundlicher Thai an und laesst mich einsteigen. Auf der Fahrt merke ich, dass er wohl ein anderes Ziel als den Nationalpark hatte, denn er laesst sich von mir die Karte zeigen und sucht den Weg. Viel unterhalten koennen wir uns aufgrund mangelnder Thai- bzw. Englischkenntnisse nicht, jedoch macht er mich auf jede Polizeistation am Weg aufmerksam. Als ich mich dann ein bisschen in seinem Wagen umsehe, faellt mir ein geladenes Pistolenmagazin mit recht grossem Kaliber auf, das beilaeufig in der Mittelkonsole rumliegt...
Meine Sorge ist jedoch unbegruendet, der Kerl ist super freundlich und faehrt mich bis auf die den Parkplatz im Park. Das nenn ich mal Service!
Der Nationalpark selber ist zwar ganz nett, aber auch wieder seinen Eintritt kaum wert. Man laeuft durch eine beleuchtete Hoehle, in der es von Fledermaeusen nur so wimmelt und kann am anderen Ende durch einen Wald und ueber sehr viele Stufen einen Berg hochklettern. Wieder geht es an Wasserfaellen vorbei - scheint wohl ganz was Tolles zu sein hierzulande.
Nach einem recht verlassenen Waldkloster folge ich einer Schotterstrasse, nur um mal zu schauen wo sie hinfuehrt. Auf einmal haelt ein Roller neben mir an und der Fahrer fragt mich, wo ich hinwill. Leider koennen wir uns wieder nicht gut genug verstaendigen, aber er bietet mir an, mich was-weiss-ich-wohin mitzunehmen. Nadenn... dann finde ich wenigstens raus, was da noch kommt. Nach recht langer Fahrt landen wir in einem Dorf, wo mein Fahrer sofort einen findet, der etwas mehr Englisch spricht. "Willst du nach Kanchanaburi? Ich fahr dich, 500 Baht! Nein? Ja willst du hier uebernachten? Nein?"
Dass ich einfach nur neugierig war, scheint er nicht zu verstehen.
Als die beiden merken, dass mit mir kein Geld zu machen ist, stehe ich recht schnell alleine da... na klasse, jetzt darf ich die sicher 6 km Schotterstrasse zuruecklaufen!
Genervt mache ich mich auf den Weg und komme ein gutes Stueck, da hoere ich wieder hinter mir einen Roller. Der Fahrer bietet mir sofort an, mich wieder zum Waldkoster zu fahren und dreht, nachdem er mich dort abgesetzt hat, wieder um.
Der hat wohl die Story von dem komischen Deutschen erzaehlt bekommen und Mitleid gehabt, dass ich den ganzen Weg zurueck laufen muss...
Auch am Ausgang des Parks finden sich wieder hilfreiche Seelen: Ich komme gleichzeitig mit einer Familie am Parkplatz an, auf dem nur zwei Autos stehen. Ich ueberlege schon, wie zum Henker ich jetzt wieder von hier wegkomme, da fragt mich der Vater, ob das eine der beiden Autos meins sei. Als ich verneine, bietet er mir direkt an, mich hinten auf dem Pickup bis zur Bushaltestelle mitzunehmen. Zusammen mit fuenf anderen mache ich es mir auf der Ladeflaeche gemuetlich.
Ans Trampen koennte ich mich hier echt gewoehnen...
Zum einen habe ich hier das wohl billigste Guesthouse Thailands gefunden, mit einem akzeptablen Einzelzimmer fuer 70 Baht und einem Restaurant, in dem fuer 30 Baht ein wunderbares Abendessen auf den Tisch kommt. Das Haus liegt direkt am River Kwai, man kann Abends gemuetlich mit anderen Reisenden in den Liegestuehlen auf dem Steg sitzen und untertags in der Haengematte im Garten faulenzen... So laesst sichs echt eine Weile aushalten!
Hiermit der offizielle Tipp fuer jeden, der gerade mal 2 Stunden von Bangkok entfernt ein gemuetliches und ruhiges Plaetzchen sucht: Jolly Frog Backpackers Guesthouse in Kanchanaburi! :)
Der zweite Grund hat sich direkt nach der Ankunft aufgetan. Zusammen mit ein paar anderen Travellern laufe ich die Strasse entlang auf der Suche nach einer Unterkunft, da sprechen uns ein paar Lehrerinnen an. Sie wuerden naechste Woche mit ihren Schuelern in einem Nationalpark in der Gegend ein dreitaegiges Englischcamp veranstalten und suchen noch Auslaender, die mit den Kids englische Spiele spielen usw. Start naechsten Donnerstag, Verpflegung und Unterkunft im Zelt gratis.
Nadenn, klingt doch top! In den Nationalpark wollte ich sowieso, auf diesem Weg spar ich mir den Eintritt und habe gleich noch was halbwegs Sinnvolles zu tun. Ich bin mal gespannt, wie gut das Englisch der Kids ist. Mein Thai ist zur Zeit "etwas eingerostet"...
Zuerst einmal mache ich mich am Freitag jedoch mit einem Ami auf, um den Erawan Nationalpark zu besuchen. Wir mieten uns also mal wieder Roller, um fuer die immerhin 65 km lange Strecke nicht auf den Bus angewiesen zu sein. Auf dem Weg zum Park wird der Ami vor mir ploetzlich langsamer und bleibt schliesslich stehen. Er war zu geizig, die Maschine ganz vollzutanken und hat es auch gekonnt verstanden, seine Tankanzeige zu ignorieren... grosse Klasse! Zum Glueck habe ich einen Schlauch dabei und kann ein bisschen was aus meinem Tank abzapfen. Benzin schmeckt echt nicht wirklich gut...
Gerade als ich fertig bin, kommen ein paar Thais vorbei und treten ihm auch noch einen Schluck Benzin ab, sodass er es immerhin bis zur naechsten Flaschen-Tankstelle schafft. (Hier in Thailand gibt es nur vereinzelt Tankstellen in Abstaenden, die mit dem Roller nicht zu bewaeltigen sind. Deshalb wird an jeder Ecke Benzin in Cola- oder Whiskyflaschen abgefuellt und zu mehr oder weniger horrenden Preisen verkauft.)
Der Erawan Nationalpark ist ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Als groesste Attraktion in der Umgebung vermarktet, stroemen selbst wochentags Tausende Leute ueber ausgetretene Pfade zu den 7 Stufen eines mehr oder weniger imposanten Wasserfalls. In die meisten grossen Becken wurden endlos viele Fische gesetzt, die - da sie auf natuerlichem Wege vmtl. nicht alle genug Nahrung finden - unsere Fuesse anknabbern, sobald wir auch nur die grosse Zehe ins Wasser haengen. Das ist anscheinend gewollt, die Fische sollen tote Haut entfernen. In verschiedenen Schoenheits- und Massagesalons hier im Lande zahlt man dafuer gutes Geld, sich von einem Fisch kitzeln zu lassen.
Nach einem faulen Wochenende beschliesse ich, am Montag mal wieder ein bisschen was zu laufen. Diesmal mit dem Bus fahre ich zum Chaolem Rattanakosin Nationalpark, ungefaehr 100 km von Kanachaburi entfernt. Die letzten 20 km gibt es keinen Bus mehr, deshalb beschliesse ich, es mal mit dem Trampen zu versuchen. Bingo! Ich stehe nicht einmal 3 Minuten, schon haelt ein freundlicher Thai an und laesst mich einsteigen. Auf der Fahrt merke ich, dass er wohl ein anderes Ziel als den Nationalpark hatte, denn er laesst sich von mir die Karte zeigen und sucht den Weg. Viel unterhalten koennen wir uns aufgrund mangelnder Thai- bzw. Englischkenntnisse nicht, jedoch macht er mich auf jede Polizeistation am Weg aufmerksam. Als ich mich dann ein bisschen in seinem Wagen umsehe, faellt mir ein geladenes Pistolenmagazin mit recht grossem Kaliber auf, das beilaeufig in der Mittelkonsole rumliegt...
Meine Sorge ist jedoch unbegruendet, der Kerl ist super freundlich und faehrt mich bis auf die den Parkplatz im Park. Das nenn ich mal Service!
Der Nationalpark selber ist zwar ganz nett, aber auch wieder seinen Eintritt kaum wert. Man laeuft durch eine beleuchtete Hoehle, in der es von Fledermaeusen nur so wimmelt und kann am anderen Ende durch einen Wald und ueber sehr viele Stufen einen Berg hochklettern. Wieder geht es an Wasserfaellen vorbei - scheint wohl ganz was Tolles zu sein hierzulande.
Nach einem recht verlassenen Waldkloster folge ich einer Schotterstrasse, nur um mal zu schauen wo sie hinfuehrt. Auf einmal haelt ein Roller neben mir an und der Fahrer fragt mich, wo ich hinwill. Leider koennen wir uns wieder nicht gut genug verstaendigen, aber er bietet mir an, mich was-weiss-ich-wohin mitzunehmen. Nadenn... dann finde ich wenigstens raus, was da noch kommt. Nach recht langer Fahrt landen wir in einem Dorf, wo mein Fahrer sofort einen findet, der etwas mehr Englisch spricht. "Willst du nach Kanchanaburi? Ich fahr dich, 500 Baht! Nein? Ja willst du hier uebernachten? Nein?"
Dass ich einfach nur neugierig war, scheint er nicht zu verstehen.
Als die beiden merken, dass mit mir kein Geld zu machen ist, stehe ich recht schnell alleine da... na klasse, jetzt darf ich die sicher 6 km Schotterstrasse zuruecklaufen!
Genervt mache ich mich auf den Weg und komme ein gutes Stueck, da hoere ich wieder hinter mir einen Roller. Der Fahrer bietet mir sofort an, mich wieder zum Waldkoster zu fahren und dreht, nachdem er mich dort abgesetzt hat, wieder um.
Der hat wohl die Story von dem komischen Deutschen erzaehlt bekommen und Mitleid gehabt, dass ich den ganzen Weg zurueck laufen muss...
Auch am Ausgang des Parks finden sich wieder hilfreiche Seelen: Ich komme gleichzeitig mit einer Familie am Parkplatz an, auf dem nur zwei Autos stehen. Ich ueberlege schon, wie zum Henker ich jetzt wieder von hier wegkomme, da fragt mich der Vater, ob das eine der beiden Autos meins sei. Als ich verneine, bietet er mir direkt an, mich hinten auf dem Pickup bis zur Bushaltestelle mitzunehmen. Zusammen mit fuenf anderen mache ich es mir auf der Ladeflaeche gemuetlich.
Ans Trampen koennte ich mich hier echt gewoehnen...
also erstens kann ichs immer noch nicht glauben, dass du englisch unterrichtest. zweitens sieht doch benzin sehr ähnlich wie whisky aus und ich finds deshalb spannend, das in whiskyflaschen zu verkaufen. und drittens, was macht der mann mit dem magazin ohne pistole?
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